Christian Petzold und Paula Beer © S. Gabsch

Das Bureau du cinéma et des médias und die Berlinale

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin gehören zu den wichtigsten Filmfestivals weltweit. 1951 gegründet, fand die erste Berlinale unter der Leitung von Alfred Bauer statt. Die Alliierten wollten damit ein „Schaufenster der freien Welt“ etablieren. Das Festival findet jedes Jahr Anfang Februar in Berlin statt. Ein riesiger Filmmarkt, Retrospektiven und verschiedene Sektionen komplettieren das Hauptprogramm, den internationalen Wettbewerb um die besten Spielfilme.

Der beste Film wird mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Der Silberne Bär und der Große Preis der Jury gehen an die beste Regie sowie an den besten Darsteller und die beste Darstellerin. Die Jury setzt sich aus Fachleuten aus der Filmbranche und Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur zusammen.

Rund 200 000 Fachleute aus 120 Ländern, darunter 4 200 Journalisten, sind jedes Jahr auf der Berlinale. Etwa 430 000 Zuschauer – Fachpublikum oder gemischtes Publikum – besuchen die Vorstellungen.

Unter den Preisträgern des Goldenden Bären waren immer wieder französische Filme: Lohn der Angst von Henri-Georges Clouzot (Frankreich/Italien) 1953; Schrei, wenn du kannst von Claude Chabrol 1959; Lemmy Caution gegen Alpha 60 von Jean-Luc Godard (Frankreich/Italien) 1965; Der Lockvogel von Bertrand Tavernier 1995; Central Station von Walter Salles (Frankreich/ Brasilien) 1998; Intimacy von Patrice Chéreau 2001.

2002 wurde der Silberne Bär dem Schauspieler Jacques Gamblin (in Laissez-passer), dem Regisseur Patrice Chéreau (2003) (seinem Bruder), Roman Polanski im Jahr 2010 (für The Ghost Writer), der Regisseurin Mia Hansen-Løve im Jahr 2016 (für L'Avenir) und Alain Gomis (Félicité) im Jahr 2017 verliehen.

Die französsiche Schauspielerin Bérénice Béjo gehört dieses Jahr zum Internationalen Jury. Vier französische Filme, darunter zwei mit französischer Mehrheitsbeteiligung Le Sel des larmes von Philippe Garrel und Effacer l'historique von Benoît Delépine und Gustave Kervern, sowie die Koproduktionen Irradiés von Rithy Pahn und Undine von Christian Petzold konkurrierten dieses Jahr um den Goldenen Bären. Insgesamt werden 57 französische Produktionen und Koproduktionen beim Festival gezeigt.

Zu den 16 Preisen, die an französische Filme oder französische Koproduktionen vergeben wurden, zählen der Silberne Bär für "Effacer l'historique" von Benoît Delépine und Gustave Kervern, der Berlinale Dokumentarfilmpreis für "Irradiés" von Rithy Pahn und eine lobende Erwähnung für "Mignonnes" von Maïmouna Doucouré in der Sektion Berlinale Generation. Die deutsch-französische Koproduktion "Undine" von Christian Petzold gewann den Silbernen Bär für die Beste Darstellerin mit Paula Beer.

Das Bureau du cinéma unterstützt folgende Sektionen

Internationales Forum des Jungen Films

Das Internationale Forum des jungen Films wurde 1970 von den Leitern der Deutschen Kinemathek Ulrich und Erika Gregor gegründet und wird heute per Interim durch Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus geleitet. Das Forum präsentiert eine Auswahl unabhängiger Filme. Zahlreiche Regisseure haben hier ihren ersten Film vorgestellt und konnten so internationale Anerkennung erlangen: Raoul Ruiz, Peter Greenaway, die Gebrüder Taviani, sowie Jean-Luc Godard, Jacques Rivette, Jean Eustache, Léos Carax, Olivier Assayas, Jean-Claude Biette und auch Yolande Zaubermann. Das Forum wird schon seit Jahren vom Büro für Film und Medien des Institut français Deutschland unterstützt.

Berlinale Talents

Das Projekt Berlinale Talents, das 2003 ins Leben gerufen wurde, ist ein Austauschforum, das jedes Jahr 300 junge Talente und 150 Experten aus der ganzen Welt miteinander vernetzt. Eine ausgezeichnete Plattform also für den Dialog und für den Erfahrungsaustausch. Mit dabei waren schon Sandrine Bonnaire, Stephen Frears, Andrzej Wajda, Dennis Hopper, Jia Zhangke, Mike Leigh, Charlotte Rampling, Julie Delpy, Raoul Peck, Wim Wenders und Alexandre Desplat. Aus den hundert jungen Franzosen, die jährlich ihre Bewerbung für die Berlinale Talents einreichen, wird ca. ein Dutzend ausgewählt. Ihre Teilnahme wird vor allem Dank der Unterstützung des Institut français Deutschland finanziert.

Im Rahmen von Berlinale Talents präsentierte das Büro für Film und Medien während seines traditionellen Early Bird Breakfast die Arbeit des Büro für Film und Medien, sowie das Filmförderungsprogramm Aide aux cinémas du monde. Diese Unterstützung für Drehbücher und internationale Koproduktionen wird vom CNC und vom Institut français verwaltet, das 2012 von den französischen Außen- und Kulturministerien ins Leben gerufen wurde.

Frühstück Chic

Das Frühstück Chic hat seit letztem Jahr den Austausch zwischen französischen und internationalen Produzenten in die Wege geleitet, Koproduktionen gefördert und Frankreich als einen attraktiven Ort für Film- und Produktionsarbeiten beworben.

Dieses Jahr haben sich in der Rue de Frankreich der französischen Botschaft in Deutschland mehr als 300 internationale Filmschaffende und Gäste der Berlinale zusammengefunden.

Das Frühstück Chic wird vom Büro für Film und Medien in Zusammenarbeit mit Film Frankreich, der Filmkommission Ile de Frankreich und Alpes Maritimes sowie der Deutsch-Französischen Filmakademie organisiert und von der Möbelmarke Ligne Roset unterstützt.

ProQuote Film Party

Der Zusammenschluss ProQuote Film, der die Interessen von Hunderten von Frauen in der Film- und audiovisuellen Industrie in Deutschland vertritt, organisierte in Partnerschaft mit dem Büro für Film und Medien des Institut Français Berlin eine Abendveranstaltung für Filmemacher, Produzenten und Professionelle aus dem deutschen und französischen Filmsektor.

 

Die französischen Filme der Berlinale 2020

Offizieller Wettbewerb

Effacer l'historique von Benoît DELEPINE und Gustave KERVERN (Frankreich/Belgium)

Irradiés von Rithy PANH (Frankreich/Kambodscha)

Le Sel des larmes von Philippe GARREL (Frankreich/Schweiz)

Todos os mortos von Caetano GOTARDO und Marco DUTRA (Brasilien/Frankreich)

Undine von Christian Petzold (Deutschland/Frankreich)

Berlinale Special

Pinocchio von Matteo GARRONE (Italien/Frankreich)

Police von Anne FONTAINE (Frankreich)

Golda Maria von Patrick SOBELMAN (Frankreich)

Nomera von Oleg SENTSOV in Zusammenarbeit mit Akhtem SEITABLAIEV (Ukraine/Polen/Tschechen/Frankreich)

Paris Calligrammes von Ulrike Ottinger (Deutschland/Frankreich)

Panorama

Petite fille von Sébastien LIFSHITZ (Frankreich)

A l'abordage von Guillaume BRAC (Frankreich)

Si cétait de l'amour von Patric CHIHA (Frankreich)

Au temps du cannibalisme von Teboho EDKINS (Frankreich/Südafrika/Niederlande)

Nardjes A von Karim AINOUZ (Algerien/Frankreich/Deutschland/Brasilien/Katar)

Cidade Passaro von Matias MARIANI (Brasilien/Frankreich)

Digger von Georgis GRIGORAKIS (Griechenland/Frankreich)

Pari von Siamak ETEMADI (Griechenland/Frankreich/Niederlande/Bulgarien)

Otac von Srdan GOLUBOVIC (Serbien/Frankreich/Deutschland/Kroatien/Slowenien/Bosnien)

Semina il vento von Danilo CAPUTO (Frankreich/Italien/Griechenland)

Encounters

Los Conductos von Camilo RESTREPO (Frankreich/Kolumbien/Brasilien)

Isabella von Matias PINEIRO (Argentinien/Frankreich)

Generation

Jumbo von Zoé WITTOCK (Frankreich/Belgien/Luxemburg)

Black Sheep Boy von James MOLLE (Frankreich)

Notre-Dame du Nil von Atiq RAHIMI (Frankreich)

Pompéi von Anna FALGUERES und John SHANK (Schweiz/Frankreich)

Mignonnes von Maïmouna DOUCOURE (Frankreich)

Yalda, la nuit du pardon von Massoud BAKHSHI (Frankreich/Libanon/Deutschland/Schweiz/Luxemburg/Iran)

Generation - courts-métrages

El sghayra von Amira GEHANNE KHALFALLAH (Frankreich/Algerien)

Progresso Renaissance de Marta ANATRA (Frankreich/Italien)

Un diable dans la poche von Antoine BONNET und Mathilde LOUBES (Frankreich)

A fool god von Hiwot ADMASU GETANEH (Frankreich)

Forum

Grève ou crève von Jonathan RESCIGNO  (Frankreich)

Traverser von Joël RICHMOND, Mathieu AKAFOU (Frankreich/Burkina Faso/Belgien)

Ouvertures von The Living and the Dead Ensemble (Frankreich/Vereinigtes Königreich)

Gli appunti di Anna Azzori / Uno specchio che viaggia nel tempo von Constanze RUHM (Österreich/Deutschland/Frankreich)

Forum Expanded

Quantum Creole von Filipa CESAR (Deutschland/Frankreich/Portugal/Spanien)

APIYEMIYEKÎ von Ana VAZ (Brasilien/Frankreich/Niederlande)

Berlinale shorts

A l’entrée de la nuit von Anton BIALAS (Frankreich)

Genius loci von Adrien MERIGEAU (Frankreich)

Ce n’était pas la bonne montagne, Mohammad von Mili PECHERER (Frankreich)

Berlinale series

The Eddy von Jack Thorne (Frankreich)

Retrospective – Hommage à Helen Mirren

Le Cuisinier, le voleur, sa femme et son amant von Peter GREENAWAY (Frankreich/Großbritannien/Niederlande, 1989)

The Queen von Stephen FREARS (Frankreich/Großbritannien/Italien, 2006)

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